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Artikel vom Montag, 11.02.2008 (DER NEUE TAG)

 

Bild 11.2. NT

Fast 3500 Jahre alt: Ein Glas, das bereits weltweit zum alten Eisen zählt 

Weiden. (apz) Da staunten die vielen Gäste im Internationalen Keramik-Museum beim Auftakt zu den 17. Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstagen: Dr. Sylvia Schoske, Direktorin vom Ägyptischen Museum München (Mitte), stellt als Sondergastobjekt das älteste sicher datierte Glas der Welt in einer Vitrine auf. Fast 3500 Jahre alt ist das ägyptische Schminkgefäß mit der Namenskartusche von Pharao Thutmosis III., in welchem sich noch Reste der schwarzen Augenschminke befindet. Zu sehen ist der Lotosblütenkelch bis Ende März. Ein ausführlicher Bericht folgt auf der Kulturseite.

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KULTURNACHRICHTEN aus der MZ vom 13.02.2008

Bild MzJens Gussek aus Halle, von dem dieses Schiff stammt, zählt zu den Hoffnungsträgern der jungen deutschen Glas-Szene. Foto: Veranstalter

 

 

 

Bayern und Böhmen: Kultur hat keine Grenzen
Kulturtage Weiden zeigt, wie bayerisch-böhmische Kultur gelebt werden kann.
Von Harald Raab, MZ

WEIDEN. Mit den Bayerisch-böhmischen Kulturtagen beweist die Stadt Weiden – in Verbund mit Neustadt/WN, Flossenbürg und Marienbad – auf welch gutem und auch hohem Niveau der grenzüberschreitende Kulturaustausch in der nördlichen Oberpfalz bereits lebendig ist.
Die vom 17. Februar bis zum 30. März stattfindende Veranstaltungsreihe steht dieses Mal unter dem Motto „Glas-Kunst-Orte“. Die Schirmherrschaft hat die bayerische Wirtschaftsministerin Emilia Müller übernommen. Prunkstück der Ausstellungen ist das „Blaue Wunder“ , das älteste Glasgefäß aus Ägypten. Es ist dem König Thutmosis III. gewidmet, um 1450 vor Christus. Der Glaskelch, ein Meisterwerk in Museum für Ägyptische Kunst in München, wird im Internationalen Keramik-Museum in Weiden gezeigt.
Das Hauptprogramm eröffnen die international renommierten Glaskünstler František Janák, Direktor der Glasfachschule in Steinschönau, Böhmen, und Jens Gussek, Lehrer an Kunsthochschule Halle. Zu sehen sind die hochästhetischen Kreationen der beiden Künstler im Foyer des Neuen Rathauses in Weiden. (Eröffnung der Ausstellung ist am Sonntag, 17. Februar, 11 Uhr.) Glasschliff, Glasmalerei und Gravur sind die handwerklich-künstlerischen Themen in der Ausstellung „Erlebnis Glas“ mit Arbeiten von Klaus Büchler (Spiegelau), Rainer Metzger (Frauenau) und Hans Georg Theuerjahr (Zwiesel), (Eröffnung: 6. März, 19 Uhr).
Ebenfalls im Weidener Neuen Rathaus ist eine Malerei-Ausstellung der Union der Bildenden Künstler Pilsen zu sehen. Parallel dazu werden Skulpturen westböhmischer Künstler im Waldsassener Kasten gezeigt.
Eine weitere Kunstausstellung bietet das E.ON-Kundencenter mit Arbeiten von Ludwig Bäuml und Klaus Caspers. Thema: „Die Sehnsucht nach dem Süden beginnt am Nordpol“ (Eröffnung: So., 24. Februar, 11 Uhr).

Jazznacht, Diskussion und Lesung
Zu einer Fotoausstellung mit aktueller Fragestellung zur europäischen Identität lädt die Volkshochschule Weiden/Neustadt/WN ein. Der Fotograf Michael Adams und der Journalist Wolfgang Jung haben an der Moldau in Prag stets die gleich Frage an Passanten gestellt: „Was hat Europa, was andere nicht haben?“ Die Antworten und die Porträts prominenter und weniger prominenter Prager Bürger wurden für diese Ausstellung zusammengestellt. (Eröffnung: Do., 28. Februar, 18 Uhr). Eine Erlebnisausstellung für alle Sinne bietet der Oberpfälzer Kunstverein Weiden im Weidener City Center, Kunst und Natur werden von den Künstlerinnen und Künstlern poetisch und kritisch befragt. (Eröffnung: Mi., 20. Februar, 18 Uhr).

Natürlich gehört zu einer bayerisch-böhmischen Begegnung auch Musik dazu. Am Freitag, 14. März, 20 Uhr wird zur Bayerisch-böhmischen Jazznacht in die Weidener Max-Reger-Halle eingeladen. Die Literatur ist mit einer Lesung des tschechischen Autors Jaroslav Rudiš mit von der Partie. Rudiš, der international bekannte Jungstar der tschechischen Literatur, liest im Rathaus Flossenbürg aus seinem neuen Roman „Grandhotel“ (Di., 4. März, 20 Uhr).
Für den politischen Aspekt sorgt eine Podiumsdiskussion im großen Sitzungssaal des Weidener Rathauses. Dort findet eine Podiumsdiskussion statt, Motto: „Die Europäische Union – Spielwiese für Idealisten, Kritiker und Abzocker?“ Es nehmen teil: Europaministerin Emilia Müller, die Oberbürgermeister von Weiden und Marienbad, Kurt Seggewiß und Ždanek Král, und für die Europäische Kommission Dr. Henning Arp (29. Februar, 20 Uhr).

Ohne die die Jugend keine Zukunft der bayerisch-böhmischen Nachbarschaft: In der Stadthalle Neustadt/WN werden grenzüberschreitende Schulpartnerschaften thematisiert: „Heute Schulfreunde – morgen Kollegen“ (Mi., 20. Februar 10 - 13 Uhr) .
Auch der Abschluss der Kulturtage wird vom Nachwuchs bestritten. Die Partnerschulen Kepler-Gymnasium Weiden und das Gymnasium Marienbad präsentieren im Stadtmuseum Marienbad ihr Projekt „Ziva voda – lebendiges Wasser“ (Eröffnung: Fr., 4. April, 18 Uhr).

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Artikel vom Freitag, 15.02.2008 (DER NEUE TAG - KULTURTEIL)

blaues WunderDieses Gefäß ist 3500 Jahre alt und gehörte Pharao Thutmosis III. Bis Ende März ist es im Weidener Keramikmuseum zu sehen.

 

 

 

Weiden. Das Gefäß ist fast 3500 Jahre alt, über einen sandigen Kern geformt in der Form einer Lotosblüte, aus hellblauem undurchsichtigem Glas, dekoriert mit aufgeschmolzenen gelben und dunkelblauen Glasfäden, die Namenskartusche von Pharao Thutmosis III. reliefartig aufgesetzt.

Königlich ist das Sondergastobjekt aus dem Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst München, das als Beitrag zu den Bayerisch-Böhmischen Kultur-Wirtschaftstagen in Weiden im Internationalen Keramik-Museum zu sehen ist.

Das acht Zentimeter hohe "blaue Wunder" ist das älteste sicher datierte Glas der Welt. Es gehört zu den weltweit gefragtesten Besitztümern des Ägyptischen Museums München, wird häufig zu großen Ausstellungen in New York, Bosten und Turin angefördert. Vor großem Publikum wurde es von der Direktorin des Ägyptischen Museums München, Dr. Sylvia Schoske, vorgestellt.

Die Ägyptologin machte anschaulich die kulturellen und politischen Zeitumstände des Objekts aus der 18. Dynastie im Neuen Reich um 1450 v. Chr. deutlich. Die Blütezeit jener Jahre war über zwei Jahrzehnte von der ungewöhnlichen und einvernehmlichen Doppelregentschaft von Pharao Thutmosis III., und seiner Tante und Stiefmutter Hatschepsut bestimmt: während der junge König für die Außenpolitik und Kriegszüge zuständig war, sorgte die Königin im Inneren des Landes für Ruhe und Ordnung.

Das blaue Glas aus königlichem Besitz war nicht als Trinkbecher gedacht, sondern wurde als Gefäß für ein kosmetisches Produkt verwendet: Reste von schwarzer Augenschminke haben sich bis heute darin erhalten. Ein weiterer Beweis für die Echtheit des Glases ist die Tatsache, dass der Lotoskelch im Jahr 1834 als farbige Zeichnung in den "Monumenti" von Ippolito Rosselini abgebildet worden ist. Über den sammelnden Diplomaten Dodwell kam das Stück schließlich nach Europa, wo er der bayerische König Ludwig I. erwarb.

Zu sehen ist das "Blaue Wunder" bis Ende März. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 16.30 Uhr. Eintritt frei.

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Artikel vom Montag, 18.02.2008 (DER NEUE TAG)

Eröffnung Vernissage

Weiden. Es ist schon gute Tradition. Mit der Vernissage der Aisstellung "Glas-Kunst-Orte" sind am Sonntagvormittag im großen Sitzungssaal des neuen Rathauses die Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage eröffnet worden. Es sind schon die 17., aber die ersten für Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Im Mittelpunkt standen die ausstellenden Künstler František Janák und Jens Gussek. Aber auch sonst waren viele tschechische Nachbarn aus der Region Pilsen vertreten. Ausführlicher Bericht folgt.

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Artikel vom Dienstag, 19.02.2008 (DER NEUE TAG)

Sitzungssaal als Kunstgalerie
Bayerisch-Böhmische Kultur- und Wirtschaftstage mit Vernissage im Neuen Rathaus eröffnet

Bild 1 NT 19.2.Weiden. (os) "Zum 17. Mal sind die Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage ein Höhepunkt für unsere Stadt", betonte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß bei deren Eröffnung am Sonntag. Bis zum 8. März wirkt der große Sitzungssaal im Neuen Rathaus wie eine facettenreiche Kunstgalerie.
Hier präsentiert die Union der bildenen Künstler der Region Pilsen Bilder, Reliefs und Statuen ihrer Mitglieder. Im Foyer zeigen bis zum 30. März zwei international geschätzte Glaskünstler ausgewählte Werke: der Tscheche František Janak und der Deutsche Jens Gussek.
Als ein Bus aus Pilsen - unverschuldet verspätet - eintraf, war das Zahlenverhältnis zwischen Tschechen und Deutschen im Publikum ausgeglichen. OB Kurt Seggewiß begrüßte Künstler und Gäste aus Tschechien und Deutschland, darunter Bürgermeister Lothar Höher, den OKV-Vorsitzenden Gerhard Bihler und die Organisatoren Karin Holl, Leo Dietrich und Harald Krämer. Besonders verdient machte sich Dagmar Rush durch ihre gediegene Übersetzungsarbeit.
Klangvolle Sprache
Konsulin Dr. Zuzana Otcenaskova brachte in perfektem Deutsch ihren Respekt vor den kulturellen Aktivitäten Weidens zum Ausdruck. Die folgenden Grußredner bedienten sich der klangvollen tschechischen Sprache: Kulturlandrat Martin Baxa verwies auf eine Reihe inzwischen angefangener tschechisch-deutscher Projekte. Der Bezirk Pilsen wird diese Tätigkeiten kraftvoll unterstützen. Die Pilsener Bürgermeisterin Dr. Marcela Krejsová betonte die Notwendigkeit der Zusammenarbeit und erinnerte an die erfolgreiche OKV-Ausstellung im letzten Jahr in ihrer Heimatstadt.
Karin Rühl, die Leiterin des Frau-enauer Glasmuseums, würdigte das Schaffen des tschechischen Glaskünstlers František Janak ebenso wie das seines deutschen Kollegen Jens Gussek. Ersterer ist 1951 in Havlickuv Brod geboren, erhielt seine Ausbildung in Steinschönau und Prag (bei Prof. Libensky) und ist mit 15 sehr beeindruckenden formgeschmolzenen oder aus Glasblöcken geschnittenen Skulpturen vertreten, mit Fabelwesen, Schiffen und Torsi.
"Neue Konzeptkunst"
Jens Gussek (geboren 1964 in Glauchau) machte erst in jüngerer Vergangenheit von sich reden. Ausgebildet in Halle, vertritt er heute "neue Konzeptkunst". Seine raffinierte Glasgusstechnik erinnert an Malerei und bezieht auch Fremdmaterialien wie Zinn oder Gummi mit ein. Seine im Rathaus gezeigten neun Objekte gehören zum Themenbereich "Vehikel, Schiffe und Meer". Janak wie Gussek schaffen Glas-"Bildwerke", die den Betrachter in eine besondere Welt entführen.
Die Präsidentin der Union der bildenen Künstler der Region Pilsen, Kvéta Monhartova, würdigte kurz die 39 Mitglieder ihres Verbands, die mit Werken im großen Sitzungssaal vertreten sind. Jeder schaffe Stücke entsprechend seinem Naturell und seiner Denkweise. Der Betrachter aber möge es halten wie Goethe, der sein Leben lang "alles bewundert" habe. Von den ausstellenden Malern sollen besonders der älteste, Zdenek Rumler (85), und der jüngste, Jan Dolejš (32), Bild 2 NT 19.2.hervorgehoben sein. Einige Künstler, wie der Bildhauer Frantisek Bálek, stellen gleichzeitig in der Regionalbibliothek aus.
Die im Programm angekündigten "Sirenen und Herr N." entpuppten sich als achtstimmiger Damenchor aus Neutraubling. Sie boten erfrischende Lieder in englischer Sprache. Bevor OB Kurt Seggewiß den Weg zur Glasausstellung im Foyer frei gab, dankte Karin Holl den Politikern und Künstlern diesseits und jenseits der Grenze und gab der Hoffnung Ausdruck: "Lasst uns gemeinsam Brücken bauen!"
Weitere Bilder im Internet: www.oberpfalznetz.de Netzcode 51274668

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Artikel vom Montag, 25.02.2008 (DER NEUE TAG)

Natur in Glas und Ton gefasst

OKV-Sonderausstellung zu den Bayerisch-Böhmischen Kulturtagen im City Center

Bild 1 NT26.02.Weiden. (uz) Karin Holl, die Organisatorin der Bayerisch-Böhmischen Kulturtage, erinnerte sich an ihr erstes Treffen mit dem Pilsener Kunstverein und zog gleich Parallelen. Hier in Weiden erkenne sie zwischen dem City Center und dem Oberpfälzer Kunstverein (OKV) dieselbe Seriosität und Zuverlässigkeit. "Ich glaube, das haben wir alle gemeinsam."

Im Galeria-Treff des City Centers eröffnete Karin Holl die OKV-Sonderausstellung. Im Mittelpunkt steht die Thematik Kunst und Natur. OKV-Vorsitzender Gerhard Bihler dankte insbesondere Günter Mauermann und Gerda Moser für die Organisation der Ausstellung.

Waltraud Koller-Girke sprach in ihrem Grußwort von einer Erlebnisausstellung für alle Sinne. Von einem wertvollen und bunten Steinchen im großen Mosaik der Kulturtage. Die SPD-Stadträtin überbrachte auch die Grüße von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß.

25 Künstlerinnen und Künstler sind an der Ausstellung beteiligt, erklärte der Geschäftsführer des City Centers, Andreas Schmid. Sie zeigten zum einen besondere Zeichnungen und zum anderen Skulpturen aus den unterschiedlichsten Werkstoffen, wie Glas, Ton, Eisen und Keramik.

Namentlich erwähnt wurden Edith Baldauf, Peter Bantelmann, Karlhans Bergauer, Jos. K. Biersack, Udo Binder, Peter Bookhagen, Christine Coscin, Gerda Gillitzer, Franziska Grünauer, Hilde Grünauer, Gerhard Grünwald, Barbara Hierl, Günter Mauermann, Gerda Moser, Hedi Müller, Uwe Müller, Inge Posorski, Rudolf Schieder, Reinhold Schultes, Dr. hans-Georg Schulze, Günter-Alois Stadler, Marianne Strubell, Melita Todorovic, Gisela Walbrunn und Hans Wuttig.

Die Arbeiten sind an verschiedenen Stellen im Erdgeschoss und im Galeriegeschoss bis 29. März zu sehen. Liebevoll arrangierte Blumen- und Pflanzeninseln, die vom Blumenstudio des Centers gestaltet wurden, sorgen für einen stimmungsvollen und "duften" Rahmen.

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Artikel vom Montag, 25.02.2008 (DER NEUE TAG)

 

Bild1 25.02.NT

Spaziergang mit Durchblick

Unterschiedliche Verarbeitungen und Formen beim Glas-Kunst-Abend an

Weiden. (vv) Glasklar: Die bunten Schalen, Vasen, allerlei Gefäße und Perlen standen beim dritten Glas-Kunst-Abend in der Weidener Innenstadt natürlich im Vordergrund. Aber auch von der gemütlichen Atmosphäre waren die Kunstinteressierten begeistert.

bild2 25.02. NT
An den neun Stationen - sieben Geschäfte sowie Neues Rathaus und Keramik-Museum - konnten die Besucher bei ihrem abendlichen Spaziergang durch die Welt der Glaskunst verschiedenste Bearbeitungsformen, Farben und Objekte bestaunen. Als Wegweiser dienten da zum einen die gläsernen Hinweistafeln, die Schüler von Kepler-Gymnasium und Gymnasium Marienbad bei dem Projekt "Zivá voda - lebend Wasser" angefertigt haben, zum anderen wiesen Fackeln und Kerzen vor den Stationen nicht nur den Weg, sondern sorgten für warme bis romantische Stimmung.
Gespräch mit Künstlern
Das verleitete erst recht zum Eintreten: An einigen Orten ließ sich bei einem Glas Wein oder Blätterteiggebäck mit Künstlern, Besuchern und Geschäftsinhabern ins Gespräch kommen. Ausstellerin Jasmin Hrdina etwa zeigte mit einem kleinen Bunsenbrenner, wie sie bunte Glasstangen schmilzt und zu verschiedenen Glasperlen wickelt.
Nur ein paar Schritte entfernt fanden sich dagegen robust wirkende Gefäße, die eine Regensburger Designerin in Finnland mundgeblasen hat, und gut hundert Meter weiter, am nächsten Veranstaltungsort, ungewöhnliche Glasskulpturen und Präsente.
Bei den Besuchern, die am milden Freitagabend ihre Runde drehten, kam der Glas-Kunst-Abend wieder gut an: Auch zwischenzeitlicher leichter Niesel machte da nichts, hat Tobias Sonna festgestellt. Im Gegenteil: Seinem Eindruck zufolge kamen in diesem Jahr noch mehr Besucher als im Vorjahr. Und zwar schon kurz nach Beginn um 18 Uhr. Offenbar zogen die Weidener gleich nach der Arbeit oder dem Einkauf los.
Auch die Mitorganisatorin der Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage, Karin Holl, war einmal mehr davon fasziniert, was aus dem zerbrechlichen Material so alles entstehen kann.

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Artikel vom Dienstag, 26.02.2008 (DER NEUE TAG)

Sehnsucht des Nordens nach dem Süden

Ludwig Bäuml und Klaus Caspers stellen im E.ON-Kundencenter Ölgemälde und Objekte aus


NT 26.02.Weiden. Nicht nur die strahlende Frühlingssonne riss die Besucher aus dem grauen Winter, auch das Kunstschaffen von Ludwig Bäuml und Klaus Caspers weckt im E.ON Bayern Kundencenter bis zum 23. März die Sehnsucht nach Aufbruch und Süden - ohne den Norden mit seinen Reizen zu vernachlässigen.
Geschäftsführer Martin Hanner konnte zur Vernissage "Die Sehnsucht nach dem Süden beginnt am Nordpol" einen großen Kreis an Künstlern und Kunstfreunden im Kundencenter in der Moosbürger Straße begrüßen. Neben den optischen Eindrücken durch Ölgemälde und Objekte gab es Latin Pop und Evergreens durch die Akustikgitarren des Quartetts "Die Pauker".

Ästhetik des Untergangs

Leger und unterhaltsam stellten sich die beiden Künstler und langjährigen Freunde, die gemeinsam schon in drei Ateliers in Regensburg und der Toskana zusammen arbeiteten, gegenseitig vor. Die Ästhetik des Untergangs zelebriert der 1940 in Regensburg geborene Klaus Caspers (Studium an der Akademie der Bildenden Künste, Mitbegründer der Kunstgruppe "Team 67") in seinen Ölbildern "Eisberg", die in weiß-blau-türkisen Kompositionen von der Klimakatastrophe erzählen, und dabei heimlich mit den Gefühlen für Knut und Flocke, die Tierkinder einer bedrohten Art spielen. Doch nicht nur mit dem Pinsel, auch in Aluminium und Stein, sowie bei "Indurance" in Glas und Eisen hält Caspers die bizarren Formen des Nordens, der Eisberge, die er "Dinosaurier der Neuzeit" nennt, fest.
Nicht nur Künstler, sondern auch Kommunalpolitiker und früherer Gegner einer WAA in Wackersdorf, wollte Caspers die derzeitige Strompreisdebatte nicht ganz ausklammern, dankte dem Energieunternehmen ausdrücklich für die Unterstützung neuer Sehweisen.

Caspers zwei Meter mal vier Meter großes, plakatives Ölbild im ersten Stock, "Il caro italiano" kann mit seinem Radfragment bei flüchtigem Blick für das kommunistische Symbol "Hammer und Sichel" gehalten werden, baut aber tatsächlich die Brücke zu den aus Fundstücken am Wegesrand zusammengesetzten Objekten der Serie "Boot, Arche, Fähre" von Ludwig Bäuml.

Schönheit des Alltäglichen

Die unendlich phantasievollen Assemblagen des 1954 in Waldthurn gebürtigen Oberpfälzers ergänzen die Zentralausstellung der Glas - Kunst - Orte im Neuen Rathaus mit den gläsernen Archen, Segelschiffen und Booten von Jens Gussek und Frantisek Janak kongenial.
Der gelernte Kirchenmaler und Kulturförderpreisträger der Stadt Regensburg und der OBAG, seit sieben Jahren Vorsitzender des Berufsverbands Bildender Künstler Niederbayern/Oberpfalz, überzeugt den Betrachter seiner dreidimensionalen Kreationen von Schönheit und Wert alltäglicher und gebrauchter Dinge.
Bäumls "Giardino misterioso" und der "Wächter" verbinden zudem belebte und unbelebte Natur, und die fast zweieinhalb Meter hohen Skulpturen aus wettergegerbten toskanischen Weinstangen treten in ein spannungsgeladenes Zwiegespräch mit der Edelstahltechnik des Hauses. Als Mundartdichter erfreute der Kallmünzer seine Zuhörer durch Selbstverfasstes, wie den "Berufsdraam": I wollt Bandenchef wern …

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Artikel vom Samstag, 01.03.2008 (DER NEUE TAG)

Gute Aussichten für Europa

Michael Adams und Wolfgang Jung zeigen Porträts und Ansichten von Prager Bürgern

NT 1.3.08

Weiden. (hcz) "Erklärt Europa!", forderten der Fotograf Michael Adams und der Journalist Wolfgang Jung Menschen in Prag auf. Die Antwort auf die Frage "Was hat Europa, was andere nicht haben?" fiel so unterschiedlich aus, wie die Befragten waren. 20 großformatige Portraits von prominenten und unbekannten Bürgern sowie ihre Ansichten über Europa zeugen in der Volkshochschule seit Freitag davon.

Vor dem Hintergrund der "Bayerisch-Böhmischen Kulturtage" Europa "visuell erfahrbar" zu machen, sei Anliegen der Foto-Ausstellung, sagte Harald Krämer für die VHS. Dass sich die Europäische Union nach Osteuropa erweitere, solle auch durch die Teilnahme an der Vernissage durch zahlreiche russisch- sprachige Personen unterstrichen werden. Alla Dubrovina untermalte die Veranstaltung mit meisterlicher Klavierbegleitung und Violin-Solos.

pa-Korrespondent Jung, der viele Jahre beruflich in der tschechischen Republik verbrachte, arbeitet zurzeit in Moskau und konnte deshalb zur Ausstellungseröffnung nicht kommen. Adams, Fotograf und Zeitungsdesigner bei der Basler Zeitung, berichtete von "offenen, direkten und sympatischen Antworten", die seiner Meinung nach "gute Aussichten für Europa" bedeuteten. Aus den Erfahrungen Jungs und Adams ist auch ein Bildband mit Fotos und Literatur aus Tschechien und der Slowakei entstanden. "Ich ging nach einem Regen", so der Titel.

Die Fotoausstellung, die bereits in Prag, München, Dresden und anderen Städten gezeigt wurde, ist die nächsten drei Wochen in der VHS zu sehen. Vom Wirtschaftsprüfer über den bekannten Politiker, die "Miss Tschechien 2005" und die bekannte Unternehmerin Dolly Buster bis hin zur anonymen Rentnerin geben Menschen aus Prag Statements zu Europa ab. Die Bilder sind meisterlich in analoger Technik mit der Mittelformatkamera fotografiert und auf Aluplatten kaschiert.

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Artikel vom Montag, 03.03.2008 (DER NEUE TAG)

Zwischen Enthusiasmus und Skepsis

Bayerisch-Böhmische Kulturtage: EU im Mittelpunkt der Diskussion bei wirtschaftspolitischem Abend

NT 3.3.08

Weiden. (hcz) Als Idealist outete sich der Tachover Unternehmer Rudolf Tomšu. Ein Leben lang habe er "davon geträumt, dass die Tschechen "in die ,anständige Gesellschaft' aufgenommen werden". Jetzt gebe es zwar noch Kritiker, aber die überwiegende Mehrheit sehe, dass es wirtschaftlich und politisch aufwärts gehe.
Knapp 100 Interessierte verfolgten am Freitagabend im großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses die Diskussion unter dem Motto "Die Europäische Union - Spielwiese für Idealisten, Kritiker, Abzocker?" zwischen Tomšu, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Wirtschaftsministerin Emilia Müller und Dr. Henning Arp von der Europäischen Kommission. Harald Krämer von der VHS wies als Mitorganisator der Bayerisch-Böhmischen Kulturtage auf den wirtschaftspolitischen Schwerpunkt hin, den man heuer gesetzt habe.

Freundschaften ausbauen

Die Einigung sei eine Gemeinschaftsaufgabe, sagte er und stellte Weidener Beiträge, wie das Gastschulprojekt, vor. Das Marienbader Stadtoberhaupt Zdenek Král hatte kurzfristig absagen müssen. Die Moderation des Abends oblag Hendrik Jarczyk vom Bayerischen Rundfunk.
Auch OB Seggewiß ist ein Fan der europäischen Einigung. Die Städtepartnerschaft mit Marienbad bilde den Rahmen für regelmäßige Treffen, Freundschaften würden so ausgebaut. Kulturellen und schulischen Austausch gebe es bereits. Seggewiß ist klar, dass sich die Tschechen vor allem Auftrieb für den Tourismus erhoffen. Weiden erwartet dafür die Bürger des Nachbarlandes als Kunden des Einzelhandels.

Ministerin Müller bezeichnete sich als "echte Europäerin mit kritischem Blick". Sie berichtete von ihrem Antrittsbesuch beim tschechischen Ministerpräsidenten Mirék Topolanek und intensiven Gesprächen mit ihm über zahlreiche Probleme, die noch zu regeln sind. Erstes verkehrspolitisches Ergebnis sei die Einsetzung einer Arbeitsgruppe für eine bessere Bahnverbindung von München nach Prag. Für Seggewiß ein positives Signal. Deutschland und insbesondere Bayern habe immer von der EU-Erweiterungen profitiert. Die "Chance der Stadt Weiden" liege darin, dass sie schon immer "im Herzen Europas, an guten Verkehrswegen" lag. Im Gegensatz zur Ministerin lehnt Seggewiß den Transrapid ab. Dafür möchte er die Bahn fördern.

Dr. Arp sagte, dass das Europäische Parlament eines der "unterschätztesten der Geschichte" sei. Müller stellte fest: "Die Musik spielt nicht mehr in nationalen Parlamenten". Die wichtigen Entscheidungen würden in Brüssel getroffen. Dazu meldete sich in der offenen Diskussion Alois Schinabeck (SPD) zu Wort: "Haben die gewählten EU-Politiker, die ja in Straßburg sitzen, überhaupt etwas zu sagen? Oder entscheidet die Kommission?" Dies sei der Grund, warum sich die Bürger nicht mit Europa identifizieren könnten.

Uneinigkeit bei Umwelt

Unternehmer Stefan Rank (Bürgerliste) kritisierte, dass die deutsche Regierung Verordnungen der EU nochmals verschärfe und Gisela Helgath (Grüne) sprach umweltpolitische Uneinigkeit in Europa an.

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Artikel vom Mittwoch, 05.03.2008 (DER NEUE TAG)

NT 05.03.08Meisterliche Strippenzieher

Ganz großes Theater: "Don Juan" und "Doktor Faust" auf der Puppenbühne

(uz) Ein Blechmülleimer, der einen Beißzangenfisch verschluckt. Ein Teufel aus Spiralfedern. Und ein Doktor Faust, gebastelt aus Altmetallteilen. Karin Holl hatte ein echtes Schmankerl in die Max-Reger-Halle geholt: Das "Theater Alfa" aus Pilsen. Puppentheater in seiner ursprünglichsten Form.
"Alfa" war eine echte Bereicherung der Bayerisch-Böhmischen Kulturtage. Kein Glas, aber Kunst. Und: typisch tschechisch. Ideal für alle Kinder ab acht Jahren. Und die Erwachsenen begeisterte die Aufführung fast noch mehr. In mittelalterlichen Klamotten zogen die Puppenspieler die Strippen, rüttelten an Metallstäben, die mit den Figuren verbunden waren.

Die tschechische Truppe hatte gleich zwei Klassiker dabei: Johannes Doktor Faust, die Geschichte vom Gelehrten, der seine Seele der Hölle verschrieb, um übernatürliche Fähigkeiten zu erlangen und in die Geheimnisse der Welt einzudringen. Und Don Juan, die Sage vom Frauenverführer aus dem 14. Jahrhundert, dem Wüstling und Mörder.

Viele Gestalten hat das Theater für den Spanier gefunden. Zu den eigentümlichsten gehören die zahlreichen Versionen tschechischer Puppenspielerfamilien aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Inszenierung lebte vor allem von der Spannung zwischen dem altertümlichen Text, der an der Seite der Puppenbühne vorgelesen wurde, und den "Collage"-Marionetten, hergestellt aus unterschiedlichsten Gegenständen. Beim Don Juan kam der witzige Kasparek (Kasperl) zum Tragen, der hier die traditionelle komische Figur des tschechischen Puppenspiels gab. Kasperl in der Rolle von Don Juans Diener: Ein Kommentator und Parodist. Beim Faust verwendeten die Puppenspieler bengalisches Feuer, höllischen Lärm und Meeresungeheuer aus Blech. Auch in diesem Stück wurde die Rolle des Kasperls besonders betont.

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Artikel vom Donnerstag, 06.03.2008 (DER NEUE TAG FLossenbürg)

 

Deutsch-tschechische Alltagsgeschichten

Jungautor Jaroslav Rudis zeichnet in Flossenbürg Bilder von Menschen aus zwei Romanen

Rudis 2

Jaroslav Rudis erzählt im Flossenbürger Rathaus tschechisch-deutsche Geschichten aus zwei Romanen. Bild: nm
Flossenbürg. (nm) Er selbst konnte gelegentlich ein Schmunzeln nicht unterdrücken: Bei der "Außergewöhnlichen Lesung" bei den "Bayerisch-Böhmischen Kulturtagen" stellte Jaroslav Rudis seine beiden Romane "Der Himmel unter Berlin" und "Grandhotel" vor. Es sind zwei herzerfrischende Werke rund um deutsch-tschechische Begegnungen.

Zum 15. Mal ging die "Außergewöhnliche Lesung" auf Wanderschaft nach Flossenbürg. Organisatorin Karin Holl und Harald Krämer von der Volkshochschule bewiesen am Dienstag wieder ein "glückliches Händchen".

Mit Rudis holten sie einen jungen Schriftsteller aus Prag in die Grenzgemeinde. Er lässt sich in die Rubrik "vergnügliche Literatur" einordnen - ohne plumpen oder seichten Klamauk, sondern mit viel Gefühl für unterhaltsame, heitere und gekonnt zu Papier gebrachte Geschichten.

Im Sitzungssaal des Rathauses erläuterte Rudis den 60 Zuhörern Hintergründe zum ungewöhnlichen Titel des ersten Romans: "90 Prozent der Geschichten spielen in der U-Bahn. Deshalb ist vom Himmel unter Berlin die Rede."
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Artikel vom Donnerstag, 06.03.2008 (DER NEUE TAG FLossenbürg)

Rudis 1

So macht Literatur Spaß: Mit Jaroslav Rudis auf den Spuren von "Anti-Helden"

Flossenbürg: Eineinhalb überaus vergnügliche Stunden: Knapp 60 Zuhörer waren begeistert von der außergewöhnlichen Lesung im Rahmen der Bayerisch-Böhmischen Kulturtage. Jaroslav Rudis stellte am Dienstagabend im Sitzungssaal des Rathauses die Romane "Der Himmel unter Berlin" und das im Herbst in deutscher Sprache erscheinende "Grandhotel" vor. Der aus Prag angereiste Jung-Schriftsteller wollte eigentlich lieber Musik machen: "Ich weiß bis heute nicht genau, warum mein erstes Buch so viel Erfolg hatte." Eine Antwort darauf gab es von seiten der Gäste. Sie ließen sich schmunzelnd oder auch von Herzen lachend in Welten entführen, in denen die Romanhelden in groteske Situationen geraten. Das reicht von dem im Chaos endenden Rockkonzert bis hin zur deutsch-tschechischen Partnervermittlung als Beitrag zum geeinten Europa. Karin Holl, Harald Krämer und Jörg Skriebeleit bewiesen mit dem 15. Ausflug der Kulturtage nach Flossenbürg ein guts Näschen: "Heben Sie sich die signierten Bücher gut auf. Sie werden bald sehr wertvoll sin."

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Artikel vom Freitag, 07.03.2008 (DER NEUE TAG)

7.3.MSH

"Brücken und Wege" zieren derzeit das Maria-Seltmann-Haus

Das Maria-Seltmann-Haus bietet die Bühne für die Ausstellung "Brücken und Wege". Oberbürgermeister Kurt Seggewiß eröffnete sie. Hobbykünstler aus den Malkursen des Seltmann-Hauses, geleitet von Liza Weishäupl, haben sich wegen der Bayerisch-Böhmischen-Kulturtage seit Monaten mit dem Thema beschäftigt und präsentieren nun die Ergebnisse. Entstanden sind Bilder in den verschiedensten Stilrichtungen. Sie alle zeigen Brücken und Wege im gegenständlichen, aber auch abstrakten Sinn. Die Bilderausstellung ergänzen kurze Geschichten und Gedichten, die die Gruppe "Kreatives Schreiben" unter Leitung von Helga Wiesbeck für diese Präsentation schrieb. Die Ausstellung kann bis zum 28. März zu den Öffnungszeiten des Maria-Seltmann-Hauses besucht werden. Bild: Wilck

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Artikel vom Freitag, 07.03.2008 (DER NEUE TAG)

Faszination in magischer Licht- und Glaswelt

BHS-Innovision Center präsentiert Rainer Metzger, Klaus Büchler und Hans-Georg Theuerjahr

 NT 10.03.BHSBild 3 BHS

Weiherhammer: Von den hochkarätigen Glasausstellungen der Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage nun wirklich verwöhnt, setzt das "Erlebnis in Glas" im Glas- und Stahlpalast des BHS Innovision Center seit Donnerstag neue Maßstäbe.

Drei Glaskünstler

Über 100 Gäste zeigten sich bei der Eröffnung der Ausstellung "Erlebnis in Glas" höchst beeindruckt: sowohl von der stimmigen und gut ausgeleuchteten Präsentation vor Ort, wie von den Kunstfertigkeiten der drei preisgekrönten Glaskunstmeister aus dem Bayerischen Wald, dem Glasmaler Rainer Metzger, dem Hohlglasfeinschleifer Klaus Büchler, und dem Vibrograveur Hans-Georg Theuerjahr. Der Freyung-Grafenauer Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier stellte die Künstler und ihre technischen Arbeitsweisen dem Publikum der Glas-Kunst-Orte der 17. Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage griffig vor.Der Schleifermeister Klaus Büchler besitzt eine eigene Werkstatt und Galerie für Glasschliff und Glasgestaltung in Spiegelau und kann auf 40 Jahre Erfahrung mit dem Material zurückblicken. Er ist aber immer noch auf der Suche nach der vollendeten Form. Doch schaut man sich sein royalblaues Schiff, seinen Glasstab auf Treibgut, oder die Vase mit Zweifachüberfang an, so ist Büchler seinem Ziel schon mindestens sehr nahe gekommen.

Zwischen den Schichten 

Für Malerei in Glas (zwischen den Schichten) mit einer besonderen Plastizität und Tiefenwirkung steht der Name von Rainer Metzger aus Zwiesel. Zur Umsetzung seiner figürlichen Ideen, die den Betrachter zu weiterführenden Assoziationen inspirieren: wie der "Zauberhafte Wald", das "Weite Land" oder der ratlose Mann unter Frauen, der die Frage "Wo bin ich?" in den mehrdimensionalen Glasraum stellt.

Schalen und Vasen, die von filigranen Eisblumen besiedelt scheinen, sind das Metier von Hans-Georg Theuerjahr, seit 1978 Lehrer im Berufsbildungszentrum für Glas in Zwiesel. Theuerjahr beherrscht die drei Techniken der Vibrogravur, des Fusings (Glasverschmelzung) und des Leim-Eises perfekt: hierbei wird heißer Knochenleim auf sandgestrahltes Glas aufgetragen, während der Abkühlung sprengt der Leim feinste Bestandteile des Glases heraus, und wird so zum Feinzeichner. Zum Schluss durften sich die Gäste in "Gästebuch" verewigen, per Gravur in Glas. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 17. April. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag (9 Uhr bis 17 Uhr), Feiertage ausgenommen.

 

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Artikel vom Donnerstag, 13.03.2008 (DER NEUE TAG)

Prinz wird zum Frosch

Tschechische und Gerhardinger-Schüler spielen Theater


NT-13-03-08

Weiden. (nnd) Was für ein verrücktes Theater: Kinder der ersten bis vierten Klassen der Gerhardinger-Schule und der Grundschule aus Marienbad in Tschechien spielten gemeinsam auf der Bühne und zeigten eine etwas andere Märchenstunde. Zu sehen war die deutsch-tschechische Kooperation anlässlich der 17. Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage. Die Vorstellung stieg in der Regionalbibliothek.

Gleich drei Stücke zeigten die Schüler unter der Leitung der Rektoren Manfred Chwalinski und Alena Hallova: Die tschechischen Schüler gestalteten den Auftakt mit einer Adaption der "Bremer Stadtmusikanten". Einen Mix aus Theater und Quiz präsentierten die Jungs und Mädchen der Gerhardinger-Schule: Sie brachten die Inhalte von Aschenputtel, Rotkäppchen, Dornröschen und vier weiteren Märchen - phantasievoll gemischt - auf die Bühne. Aufgeteilt in vier Abteilungen: Märchen verkehrt, modern, verrückt und als Werbung. Im Finale standen deutsche und tschechische Schüler gemeinsam auf der Bühne. Sie spielten das von Alena Hallova geschriebene Stück "Zwölf Monate", eine Adaption an Aschenputtel.

Dagmar Rush, Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Schulspiel und Tschechischlehrerin an der Gerhardinger-Schule, sowie Yvonne Lederer, Deutschlehrerin der Grundschule Marienbad, hatten die fremdsprachigen Texte mit den Kindern einstudiert. Unterstützung erhielten sie von Vera Kucavova und Milos Srp, den Konrektoren aus Marienbad.

Die deutschen Hauptdarsteller waren: Leola, Aldona und Pauline aus der ersten Klasse, Alina, Petra, Peter, Enes, Johannes und Rebecca (alle dritte Klasse), Cianna, Khadija , Matthias, Noah und Marcus (alle vierte Klasse). Marek, Kardina, Marketa, Renata und Martina und Tereza hießen die Hauptdarsteller von tschechischer Seite.

Inspiriert von den emsigen Theaterproben der Gerhardinger-Schulspielgruppe zusammen mit den Schülern aus Marienbad hatte sich die Weidener Ganztagsklasse 3 b zusammen mit ihrer Lehrerin Gisela Sparrer für die zauberhafte Märchenstunde eine farbenfrohe, gläserne Einrahmung ausgedacht. Eifrig haben hierfür die Schüler im Nachmittagsunterricht passende Märchenmotive zunächst mit Wachsmalkreide gestaltet, die dann auf transparente Folien gebrannt wurden. Um dem Motto "Glas Kunst Orte" auch gerecht zu werden, waren diese auf besonderem Buntglas, gesponsert von der Glashütte Lamberts Waldsassen, zu bestaunen.

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Artikel vom Montag, 17.03.2008 (DER NEUE TAG)

Piano-Swing & Bigband-Groove in Perfektion

17. Bayerisch-Böhmische Jazzbegegnungen: Wiedersehen mit Karel Ruzicka - Bläser, deren Einsatz die Zuhörer fast von den Stühlen fegt

NT-17-03-08Ost-West-Begegnungen sind seit Anfang an fester Bestandteil in der Programmplanung des Jazz-Zirkels. Schon zu Zeiten des "Eisernen Vorhangs" fand ein reger musikalischer Austausch mit den Nachbarn im Osten statt und nahezu alle wichtigen Jazzmusiker der Prager Szene traten regelmäßig in Weiden auf.
Ein Wiedersehen mit dem Pianisten Karel Ruzicka gab es nach fast 30 Jahren im Rahmen der "Bayerisch-Böhmischen Jazzbegegnungen". Im Gegensatz zu einem verzerrten E-Piano stand dem Meisterpianisten diesmal ein gut gestimmter Flügel in der akustisch hervorragenden Max-Reger-Halle zur Verfügung und so konnte Ruzicka sein überwiegend lyrisches Repertoire im angemessenen Rahmen präsentieren. Ausgedehnte, unbegleitete Einleitungen gaben den jedem Jazzfreund geläufigen Standards einen eigenständigen, individuellen Ausdruck, Wohlklang und Intensität prägten den Auftritt. Dezent begleitet wurde der Meister von Josef Feco am Kontrabass und Radek Nemejc am Schlagzeug, der überwiegend mit Besen für den swingenden Hintergrund sorgte und bei "Oleo" auch mal solistisch im Mittelpunkt stand. Als Zugabe erklang Gershwins "Summertime", diesmal im swingenden Drei-Viertel-Takt.

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Artikel vom Montag, 07.04.2008 (DER NEUE TAG)

Brückenbauer der neuen Partnerschaft

Keplerianer und Marienbader eröffnen Ausstellung "Ziva Voda - Lebend Wasser" in künftiger Partnerstadt

NT-07-04-08Marienbad, der weltbekannte tschechische Kurort, lebt vom Heilwasser seiner über 40 Quellen. Heuer feiert er sein 200-jähriges Bestehen. Zu Beginn des Jubiläumsjahres und zum Ausklang der 17. Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage eröffneten Kunstschüler des Kepler-Gymnasiums Weiden und des Marienbader Gymnasiums am Freitag im Stadtmuseum am Goetheplatz ihre Ausstellung "Ziva Voda - Lebend Wasser": Linolschnittdrucke auf Folie, die das transparente Element Wasser zwischen zwei 50 mal 100 Zentimeter großen Glastafeln darstellen.
Zahlreichen Gästen waren gekommen, darunter die Teilnehmer einer VHS-Busfahrt. Die Tafeln dienten während der Böhmischen Kulturtage in Weiden als Hinweisschilder zu den Veranstaltungen der Glas-Kunst-Orte und wurden von den Schülern seit letztem Herbst bei mehreren gegenseitigen Besuchen erarbeitet und gestaltet (der NT berichtete).

Chancen der neuen Freiheit

"Wir sind schon etwas stolz darauf, seit fünf Jahren die Brückenbauer der neuen Partnerschaft zwischen Weiden und Marienbad zu sein," erinnerte sich Dr. Friedrich Heglmeier an die Anfänge der freundschaftlichen Zusammenarbeit im Herbst 2003. In seiner Begrüßungsrede, die der Schuleiter auf Tschechisch eingeleitet hatte, dankte er nicht nur allen Beteiligten, sondern konstatierte: "Wir gönnen unseren jungen Leuten die Chancen und Möglichkeiten der neuen Freiheit mit offenen Grenzen."

Mit einem Händedruck besiegelten die beiden Schulleiter Dr. Heglmeier und Miloslav Pelc die Fortsetzung der gemeinsamen Projekte. Als Dank erhielten sie von den beiden das Projekt leitenden Kunsterziehern, Axel T. Schmid und seiner Marienbader Kollegin Marta Nyklesova, die Erstdrucke der qualitätvollen Ausstellungsprogramme zu "Ziva Voda".

Jazz und Theater

Durch das vielseitige Eröffnungsprogramm führte zweisprachig die Kunstschülerin Helena Adamikova. Als Dolmetscherin fungierte Lehrerin Jarmila Struzkova. Der Dank der beiden Schulen für finanzielle Unterstützung galt dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, der Stiftung des Gymnasiums Marienbads sowie den Organisatoren der Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage, Karin Holl und Harald Krämer.

Die Gymnasiasten beider Länder sorgten auch bei der Vernissage für Leben: die Keplerianer schmissig mit Jazz und einem "Funky Cha-Cha" mit ihrer 22-köpfigen Big Band unter Leitung von Peter König. Elf Marienbader Schüler führten das humorvoll-historische Theaterstück "Bilder aus Marienbad" (Text: Michal Pavlik, eingeblendete Übersetzung von Marta Nyklesova) auf. Als roter Faden verband der Dialog zwischen Kreuz- und Marienquelle Szenen aus dem zweihundertjährigen Kurleben, von Kurlieben und Kurschatten, hochadeligen Gästen, sowie der Liebe des alten Goethe zu Ulrike Levetzow.

 

 

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