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Sie sind hier: Politik und Gesellschaft

Do. 25.03.2010Böhmischer Adel gestern und heute

20 Uhr 

Altes Rathaus Weiden  
Oberer Markt 1
Großer Sitzungssaal

Eintritt: 7,- €/5,- €

 

Karten erhältlich bei okticket.de

Kinsky, Lobkowicz oder Colleredo-Mansfeld - klangvolle Namen trägt der böhmische Adel. Doch vor 90 Jahren verfügte der noch junge tschechoslowakische Staat, dass es aus ist mit den Titeln. Baron, Fürst oder Ritter sollte nicht mehr am Anfang der Namen auftauchen. Das Gesetz vom 10. Dezember 1918 über die Abschaffung der Titel läutete den Niedergang des böhmischen Adels ein. Besiegelt wurde das Schicksal des Adels jedoch durch die nationalsozialistische Besetzung des Landes und ab 1948 die kommunistische Machtübernahme.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden einige Adelsfamilien noch vor dem Machtantritt der Kommunisten aufgrund der Beneš-Dekrete enteignet. Der Rest folgte ab dem Februar 1948, also mit der kommunistischen Machtübernahme. Die Adligen galten nun als Klassenfeinde. Wenn sie nicht schon vorher geflohen waren oder dann flohen, wurden sie häufig unter fadenscheinigen Begründungen verhaftet und zu Gefängnisstrafen verurteilt oder auf andere Weise benachteiligt.

Der Wendepunkt erfolgte nach 1989 mit der „Samtenen Revolution“. Nachkommen des böhmischen Adels stellten rund 200 Anträge auf Rückerstattung des Eigentums ihrer Familien. Freilich gab es auch bei der Restitution sehr wesentliche Einschränkungen: Nur Besitz, der im Eigentum von Staat oder Gemeinden stand und der 1948 und danach konfisziert wurde, wird zurück erstattet. Bis heute wurden etwa 60 Burgen und Schlösser zurückgegeben. Heute leben in Tschechien rund 30 adlige Familien.

Der historisch-politische Abend möchte einen Blick auf die wechselvolle Geschichte des Böhmischen Adels werfen, zugleich aber auch die Frage stellen, ob die nach Böhmen zurückgekehrte Aristokratie an erfolgreiche Zeiten früherer Tage anknüpfen kann. Oder: Spielt der Adel heute wieder im wirtschaftlichen und politischen Leben der Tschechischen Republik eine wichtige Rolle? Wie wird der Adel von der tschechischen Gesellschaft heute wahr genommen? Wie sieht sich die böhmische Aristokratie selbst in der nachkommunistischen Tschechischen Republik?

Als Gäste sitzen auf dem Podium:

Prinz Jiři von Lobkovicz
Dr. Martin Zückert, Collegium Carolinum

Moderation: Bára Procházková

Im Anschluss an die Diskussion spricht der tschechische Publizist und Fotograf Vladimir Votypka über seine Bücher "Böhmischer Adel-Familiengeschichten" und "Die Rückkehr des böhmischen Adels". 

Buchhnadlung Stangl und Taubald WeidenDie Buchhandlung Stangl und Taubald aus Weiden stellt für die Veranstaltung einen Büchertisch bereit.

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